Warum vegan?

Gestern war ich klug, ich wollte die Welt verändern. Heute bin ich weise, ich ändere mich selbst.  (Chinmoy Kumar Ghose)

Da ich oft gefragt werde: Ich esse kein Fleisch, keinen Fisch und habe auch Milchprodukte und Eier auf ein Minimum reduziert. Wenn ich tierische Produkte esse dann meistens in Restaurants oder bei Essenseinladungen. Es ist für den Gastgeber oft schon Aufwand genug etwas vegetarisches auf den Tisch zu bringen, von vegan ganz zu schweigen ("Was kann man dann überhaupt noch essen?"). Außerdem kaufe ich keine Leder-, Wolle- oder Federprodukte und verwende hauptsächlich tierversuchsfreie Produkte ohne tierische Inhaltsstoffe (Waschmittel, Putzmittel, Haarshampoo, Kosmetik, Hygieneartikel etc.).

 

Warum ich das mache?

Jede Reise beginnt mit dem ersten Schritt.   (Laotse)

 

Gründe gibt es viele, ja sehr viele sogar. Hier nur eine kleine Zusammenfassung, so erklärt dass man es leicht verstehen kann.

Hauptsächlich aus ethischen Gründen - Ich selbst könnte kein Tier aufziehen und es dann töten um es zu essen. Ich esse meine Katze ja auch nicht und würde sie auch nicht essen wenn ich am verhungern bin. Ich würde meine Katze auch nicht essen, wenn sie BIO gefüttert und gehalten würde.

"Es gibt kein Fleisch von glücklichen Tieren - nur von toten."   (Karen Duve)

Wenn man zu dem Tier eine Bindung aufbaut, können es die meisten mehr essen.

Als ich ein Kind war hatten wir Hasen, diese wurden auch geschlachtet und heimlich, also ohne dass ich wusste was ich esse, kam dieses Fleisch auf den Tisch. Als ich es irgendwann nach vielen Jahren heraus gefunden hatte, habe ich die Hasen in eine Schubkarre gepackt und zu einer Freundin gefahren wo sie leben durften. Schon damals hätte ich sie niemals bewusst gegessen, es wäre für mich absolut undenkbar gewesen "Hopsi", "Stupsi" usw. töten zu lassen um sie zu verspeisen. Heute weiß ich, dass nicht nur "Kuscheltiere" wie Hunde, Katzen, Pferde, Hasen, etc. an ihrem Leben hängen und durchaus eine freundschaftliche Beziehung zum Menschen aufbauen können, sondern alle Tiere, auch Schweine, Kühe, Federvieh und die schuppigen Freunde. Dass jedes Tier weit intelligenter ist als wir vermuten und jedes einen eigenen Charakter und Vorlieben hat. Jeder Tierhalter wird das bestätigen können. Warum sollen manche Arten Glück haben und bei einer liebevollen Familie als Haustier landen und die Anderen sitzen in dunklen Ställen und ihr "minderwertigeres" Leben endet gewaltsam am Teller.

Die meisten Nutztiere landen noch im Baby/Kleinkindalter beim Schlachter. Oder hättest du gewusst, dass ein Schwein 15 Jahre alt werden kann, aber mit ca. 6 Monaten schon schlachtreif ist. Umgerechnet auf Menschenjahre wäre dies ca. 2,7 Jahre. Masthühner können 20 Jahre werden, üblicherweise erfolgt die Schlachtung nach 6 Wochen, sie wären als Mensch nur ein halbes Jahr alt geworden.

Eine Übersicht findest du z.B. hier: http://www.gundja.de/veganblog/files/13dbf8f813b57de9043b1b9d917dbb53-950.php

 

Wenn alle Leute sich ihr Fleisch selbst produzieren müssten - sprich Aufzucht und Schlachtung - würde es weit mehr Vegetarier geben. Auch wegen des Arbeitsaufwandes den eine Schlachtung bedeutet, denn fertig geschnitten und einzeln verpackt in der (Plastik-)Fleischtasse im Supermarkt ist die restliche Zubereitungszeit marginal. 

 

Aus ökologischen Gründen - Klimaschutz, Wasserverbrauch, Welthunger, Massentierhaltung - Für die Tierzucht werden immense Mengen Wasser und Futter verbraucht - gleichzeitig verhungern viele Menschen. Soja und Getreide wird aus armen Ländern billig importiert - die Leute dort verhungern - und bei uns werden damit die Tiere gemästet. Große Flächen (Regen-)Wald werden abgeholzt um dort Futterpflanzen anzubauen, mit großem Aufwand an Wasser, Dünger und Pestiziden. Da diese Pflanzen dort nicht heimisch sind, würden sie sonst nicht den gewünschten Ertrag abwerfen. Die Abgase der vielen Tiere (egal ob Bio oder nicht) und der schwindene Waldanteil sind wiederum klimaschädlich. Die Intensivwirtschaft laugt die Böden aus, die ungeklärten Abwässer verseuchen das Grundwasser.

1kg Rindfleisch verbraucht z.B. 16kg Getreide/Soja, 20.000 Liter Trinkwasser und 50 Quadratmeter Regenwald. Überlege dir wie viele hungernde Menschen man mit 1kg Rindfleisch ernähren kann und wie viele mit 16kg Getreide. Und dazu kommt noch 20.000 Liter sauberes Trinkwasser. Welthunger und Trinkwasserknappheit ist hausgemacht. Wir haben das Privileg in einem Land zu leben wo sich Essen- und Wasserfrage nicht stellt, was uns aber nicht das Recht gibt andere Länder auszubeuten.

So kann es nicht weitergehen - irgendwann wird guter Boden und sauberes Wasser ein Relikt der Vergangenheit sein.

Weiterführende Infos hier: http://www.bund-stuttgart.de/themen/ernaehrung/veggieday/gruende_fuer_den_veggieday/klimaschutz/

 

Ein bisschen auch aus gesundheitlichen Gründen - Für mich "nur" als Vorbeugung, für andere als letzter Ausweg aus der Krankheit. 

Professor Dr. T. Colin Campbell war über 40 Jahre lang einer der weltweit führenden Ernährungsforscher. Er hat über 300 Forschungsarbeiten verfasst und sein bedeutendstes Werk die "China-Study" ist die umfassendste Studie über den Zusammenhang von Gesundheit und Ernährung, die jemals durchgeführt wurde. 

"In der Tat zeigen diese Untersuchungsergebnisse, dass die große Mehrheit von vielleicht 80 bis 90% aller Krebserkrankungen, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und andere Formen von degenerativen Erkrankungen einfach durch eine rein pflanzliche Ernährung verhindert werden können, zumindest bis ins sehr hohe Alter." ... " Zudem existieren nun beeindruckende Belege, die beweisen, dass fortgeschrittenen Herzerkrankungen, bestimmte relativ fortgeschrittene Krebsarten, Diabetes und einige andere degenerative Erkrankungen durch Ernährung rückgängig gemacht werden können."  (Zitat Prof. Dr. Campbell)

 

Warum ich ganz persönlich glaube, dass Menschen Fleisch nicht essen sollten: Wir sind anatomisch keine Fleischfresser. Wir können die meisten (großen) Tiere nur mit Werkzeugen töten, können sie nur mit Werkzeugen zerlegen und können rohes Fleisch kaum verdauen, brauchen also wiederum Werkzeuge um es bekömmlich zu machen. Wer meint diese Aussage sei falsch, der möge doch bitte versuchen einen Hirsch, ein Wildschwein, ein Reh zu fangen (zu Fuß bitte!), es mit einem Biss in die Luftröhre zu töten, danach den Bauch öffnen und ein Stück der rohen Innereien essen. Es muss übrigens kein Wildtier sein, kann auch gerne eine Kuh oder ein Hausschwein sein, das läuft zumindest nicht weg. Auch bei einem Huhn wird es wohl eher schwierig sein mit den Fingernägeln oder Zähnen ein Stück heraus zu reißen. Solange Menschen dazu nicht ohne Hilfmittel fähig sind, solange bin ich der Meinung, dass wir keine Fleischfresser sind.

Wer sich mit der Materie beschäftigt, wird bald erkennen wie viele Krankheiten durch den Verzehr von tierischen Produkten entstehen.

 

Milchprodukte kommen in der trad. chin. Medizin überhaupt ganz ganz schlecht weg. Dazu muss man aber auch wissen, dass fast alle Chinesen Laktose (Milchzucker) nicht verdauen können. Wir Europäer haben uns über viele Generationen diese Fähigkeit verbessert, doch gibt es auch hier viele die Milch nicht vertragen und davon allerlei Beschwerden bekommen.

Warum ich Milchprodukte meide: Um Milch zu bekommen braucht man ein Kalb - eine normale Milchkuh bekommt JEDES JAHR ein Kalb. Dieses wird meistens sofort nach der Geburt (innerhalb von 12 Stunden) von der Kuh entfernt. Neben den psychischen/seelischen Stress für Muttertier und Kalb, bleibt die Frage was passiert mit dem Kalb. Entweder wird es sofort geschlachtet oder mit einem Milchersatz (Pulver und Wasser) aufgezogen. Bei der Mutterkuhhaltung darf das Kalb bei der Mutter bleiben, Milch trinken und wird erst später geschlachtet. Hier wird aber die Milch nicht abgemolken, der Betrieb ist auf die Produktion von Fleisch ausgelegt.

Ist das Kalb männlich wird es mit größter Wahrscheinlichkeit in der Fleischvitrine landen. Ist es weiblich blüht ihm oft das selbe Schicksal wie seiner Mutter - eine Gebärmaschine. Die älteste in Deutschland bekannte Kuh wurde 25 Jahre alt und schenkte 22 Kälbchen das Leben. Sie lebte auf der Ostsee-Insel Fehmarn. Kühe werden mit 15-20 Monaten das erste Mal (meist künstlich) befruchtet. Bei einer Lebenserwartung von bis zu 30 Jahren kann man sich umrechnen wie alt ein Menschen-Mädchen zu diesem Zeitpunkt wäre.

Der Mensch ist das einzige Lebewesen auf der Erde welches auch noch im Erwachsenenalter Milch und Milchprodukte zu sich nimmt. (Zum Thema Milch und Katzen - die würden in der Natur auch keine Milch trinken wenn sie ausgewachsen sind, woher sollten sie diese bekommen? Und schon gar nicht von einer ganz anderen Tierart. Einfach mal versuchen zu einer Kuh zu gehen und am Euter zu trinken. Das würde uns doch recht seltsam vorkommen, oder?)

Man muss sich auch nur logisch überlegen, wozu ist Milch gedacht? Damit das Kind/Jungtier wächst. Ein erwachsener Mensch kann nicht noch weiter wachsen - die Wachstumshormone in der Milch sind aber trotzdem vorhanden, irgendwie muss der Körper darauf reagieren. Der Zusammenhang zwischen vielen Krebsarten, und Milchkonsum ist nicht zu bestreiten.

Mittlerweile weiß man, Milch FÖRDERT Osteoporose.

Genaueres findet man auf vielen Internetseiten z.B. hier http://www.peta.de/milchmachtkrank#.VLgmysmBBoE und auch hier: http://www.zentrum-der-gesundheit.de/milch-krebs-ia.html

 

 

Eier, na da kann ja wohl nichts schlechtes dran sein?? Das tut der Henne ja nicht weh wenn sie es legt, das passiert sowiso. Stimmt. Es tut der Henne nicht weh, sofern sie nicht in einem tristen Käfig ihr Dasein fristen muss. Bei uns verboten, in anderen Ländern ist die Käfighaltung natürlich immer noch erlaubt. Die Eier werden billig importiert und landen in diversen Produkten (z.B. Nudeln, Backwaren).

Das eigentliche Problem bei Eiern sind nicht die Eier selbst. Es müssen ja auch Hennen ausgebrütet werden damit diese dann später Eier legen können. Ja und leider werden dabei auch Männchen, also Hähne ausgebrütet. Die sind für nichts zu gebrauchen. Also werden die kleinen süßen Plüschkugeln lebendig geschreddert oder vergast. Auch nicht sehr nett.

http://www.peta.de/eier#.VLgpismBBoE

 

Vegetarier/Veganer lösen bei vielen Menschen seltsame Reaktionen aus, denn Beleidigungen und Beschimpfungen bleiben nicht aus, wenn man KEIN Fleisch ist (ja, alles schon da gewesen). Es scheint also ein sehr emotionales Thema zu sein. Wohl weil sich viele in ihrer Lebensweise bedroht sehen und das Gefühl haben sich verteidigen zu müssen. Die Vorteile einer vegetarischen/veganen Ernährung sprechen für sich und die Gegenargumente sind sehr rar gestreut. Wer dies erkennt hat nur 2 Möglichkeiten: Ernährung umstellen oder sich bewusst werden, was man dem Planten, den Tieren, sich selbst, seinen Nachkommen und allen anderen Menschen auf dieser Welt damit antut. Das kann natürlich sehr schmerzhaft sein und so kommt es zu diesem Verhalten.

 

Abschließend möchte ich auch noch auf ein oft gehörtes Argument eingehen:

"Wenn keiner mehr Fleisch isst, dann sind alle Bauern arbeitslos."

Wenn man keine tierischen Produkte isst, isst man deswegen nicht weniger, sondern etwas anderes. Also würde es z.B. mehr Gemüsebauern brauchen und Betriebe die Gemüse/Soja/Getreide verarbeiten. Berufe wandeln sich, das ist nichts neues, früher gab es in jedem Dorf einen Hufschmied. Dafür gibt es heute "Computer-Menschen" (IT-Techniker) - gab es früher auch nicht.

Solche Veränderungen passieren auch nicht von einem Tag auf den anderen, sondern schrittweise. Genug Zeit um sich neu zu orientieren.

Die Zeit ist immer richtig, um das Richtige zu tun.    (Martin Luther King)

 

 

Weitere Infos:

Hier kaufe ich gern und gut ein: http://gernundgut.jimdo.com/

Vegane Gesellschaft Österreich: http://www.vegan.at/

Der Film "We feed the world" kann gerne bei mir ausgeliehen werden, hier der Trailer: https://www.youtube.com/watch?v=41mi9igl5Kk

Pelz und Leder: http://robinhood-tierschutz.at/kampagnen/pelz-und-wolle/subpage-of-pelz-und-wolle-2/

Wolle und Daunen: http://robinhood-tierschutz.at/kampagnen/pelz-und-wolle/subpage-of-pelz-und-wolle/

Vegan - die gesündeste Ernährung: http://www.provegan.info/index.php?id=221&L=0

10 Gründe vegan zu leben: http://www.vegan-sein.de/139-warum-vegan-leben-10-grunde-die-zum-nachdenken-anregen.html