Tuina - Moxen, Schröpfen, Gua Sha,

Moxen, Schröpfen und Gua Sha sind traditionelle Therapieformen, die in China schon seit tausenden Jahren angewendet werden. Sie zählen zu den "Fremdenergien" und dienen hauptsächlich dazu pathogene (krankmachende) Faktoren aus dem Körper auszuleiten, Blockaden zu lösen und die Selbstheilungskräfte zu aktivieren.


Moxen - Moxibustion


"Was man mit der Nadel nicht erreicht, die Moxen schaffen es." -altes chin. Sprichwort.

Das Moxakraut (Beifuß) gibt es in verschiedenen Formen:
Das Kraut an sich, welches in einem Moxakästchen (einem kleinen Holzkasten) entzündet wird und dann auf die betreffende Körperregion gestellt wird,
gerollt und mit Papier umwickelt in der Form einer Zigarre, die mit etwas Abstand an den Akupunkt gehalten wird,
und in diversen weiteren Formen (Kegel, etc.).

Das Kraut wird entzündet und erzeugt eine milde Hitze die die in das Gewebe eindringt. Dabei aktiviert es den Energiefluß und wirkt v.a. gegen "Kältezustände" im Körper. Die Durchblutung und Sauerstoffversorgung wird verbessert, die Muskeln entspannen sich und der Stoffwechsel wird angekurbelt.
Auch in der Geburtsvorbereitung hat das Moxen einen festen Platz gefunden: Es wird zum Drehen des ungeborenen Kindes aus einer Beckenendlage eingesetzt.
Die Behandlung wirkt beruhigend, wärmend und hat eine regulierende Wirkung auf das Nervensystem, der Stresspegel sinkt.
Aus Sicht der TCM wird durch das Moxen Kälte vertrieben, Meridiane erwärmt, Yang gestärkt, Blut bewegt und Blockaden/Stagnationen gelöst und vor allem das Qi angeregt und gestärkt.
Es diente auch zur Vorbeugung gegen Krankheiten, Moxen wirkt desinfizierend und wundheilungsfördernd, wahrscheinlich auch wegen der beim Brennvorgang freigesetzten ätherischen Öle - sie wirken gegen Bakterien und Keime.
In der westlichen Medizin konnten folgende Effekte festgestellt werden:
Reizung der Nervenenden und infolge Ausschüttung von Hormonen, Vermehrte Bildung der Blutkörperchen (Erythrozyten und Leukozyten)  bzw. Anregung der Blutbildung, entzündungshemmende Wirkung, schmerzstillende Wirkung durch vermehrte Ausschüttung von Endorphinen.

Moxen wird v.a. angewendet bei
Yang-Mangel-Syndromen bzw. Kältesyndromen, Qi-Mangel
bei stagnierenden Zuständen, Erschöpfung, chronischen Krankheiten
Erkrankungen der Atemwege, Ohren- oder Nasennebenhöhlenentzündung, Erkältung, Bronchitis, Asthma
Durchblutungsstörungen
Magen-Darm-Erkrankungen, chronischer Durchfall, Stoffwechselkrankheiten, Immunabwehrschwäche
Gynäkologische Erkrankungen, hormonelle Störungen, Nieren- und Blasenerkrankungen
Erkrankungen des Bewegungsapparates und Verspannungen
Steigerung der Kondition und Konstitution





Schröpfen

Das Schröpfen ist eine der ältesten Therapieformen mit Apparaten überhaupt, schon aus dem griechischen und ägyptischen Altertum finden sich darüber Aufzeichnungen.
Es ist auch überliefert, dass die Menschen mit Steinmessern Verhärtungen an der Körperoberfläche (z. B. Furunkel oder Entzündungen) eingeritzt, mit dem Mund und dann später mit Kuhhörnern ausgesaugt haben. Auch bei vielen indigenen Völkern ist das "Aussaugen" böser Geister, "übler Dunst" oder Verunreinigungen üblich. 

Die Schröpfköpfe werden auf bestimmte Hautareale und Akupunkte aufgesetzt und sorgen dort mittels Unterdruck für eine höhere Durchblutung. Je nach Ziel der Behandlung bleiben sie an der selben Stelle oder können in Form der Schröpfmassage bewegt werden.
Es kommt zu einer besseren Versorgung des Gewebes und der Stoffwechsel wird angeregt. Es hemmt den Abbau kollagener Fasern, hält also das Gewebe straff. Erhöhte Muskelspannung wird wieder normalisiert. Das Immunsystem wird angeregt und Schmerzen werden gelindert
Aus Sicht der TCM wird Qi in Zirkulation versetzt und Blockaden lösen sich. Krankmachende Einflüsse werden ausgeleitet.
 
Es können bei der Behandlung Hämatome (blaue Flecken) entstehen, welche aber nach wenigen Tagen wieder gänzlich verschwinden.

Beim blutigen Schröpfen wird die Haut leicht angeritzt und danach die Schröpfköpfe darauf gesetzt. Diese Behandlungsform führe ich nicht aus.




Gua Sha

Gua Sha ist eine in China  und im asiatischen Raum weit verbreitete Therapiemethode (Volksheilmittel)  welche die Regeneration und Selbstheilung des Körpers aktiviert. Sie wird gerne als Erstmaßnahme bei beginnenden Krankheiten eingesetzt, da eine genaue medizinische Diagnose nicht erforderlich ist.
Anwendungsgebiete: beginnende akute Infektionen und Erkältungen, Schmerzzustände, bei Entgiftungsprozessen, Hitzesyndromen, Fieber.

Es wird mit einer glatten Kante solange über die Haut gestrichen, bis diese sich zu Verfärben beginnt. Es entstehen Hämatome (Flecken), die von hell- bis dunkelrot, aber auch blau/violett bis sogar schwarz verfärbt sein können.
Je nach Intensität und Farbe lassen sich Rückschlüsse auf den Zustand des Qi ziehen. Nach ca. einer Woche sind alle Hämatome wieder gänzlich verschwunden.
Der Behandelte verspürt meist sofort nach der Behandlung eine deutliche Linderung der Symptome.