Frühlingszeit - Leberzeit

Viele erleben nach den ersten sonnigen Tagen des Jahres einen Höhenflug an Motivation..... laufen gehen, mehr Gemüse esse, Garage aufräumen oder was auch immer.....treibender Motor dahinter ist laut traditioneller chinesischer Medizin die Leber und ihr "Funktionskreislauf".

(Nur ein kurzer Ausschweifer: Wenn hier von einem "Organ" gesprochen wird, dann ist nicht allein das Organ selbst, wie wir es aus der westlichen Medizin kennen, gemeint. Es umfasst ein weit größeres Feld und viele Funktionen. Die chin. Medizin erklärt viele Abläufe im Köper anders als die westliche Medizin. Zum Kreislauf Leber-Gallenblase gehören u.a. Sehnen, Augen/Sehen, Kopfschmerzen, Menstruation, Krämpfe aller Art, Wut/Zorn, Aktivität/Müdigkeit, Windemfindlichkeit etc.)

Die Leber hat ihre Hauptzeit im Frühling und neigt daher in dieser Zeit zu Ausbrüchen oder sie schläft noch vor sich hin. Beides ist nicht optimal, sie sollte sich irgendwo in der Mitte einpendeln. Dabei kann man sie unterstützen:

 

Die Leber beginnt jetzt den ganzen Schrott, den wir in den letzten Monaten gegessen haben, wegzuarbeiten um den Körper fit zu machen für die Frühlingsgefühle.... (also ganz genau gesagt folgt unser Körper immer noch dem Schema eines Höhlenmenschen.... Frühling=Paarungszeit.... )    :-)

Wichtig dabei ist auch dass der Schrott abtransportiert werden kann - über die Nieren ins WC.     

Daher setzt man jetzt verstärkt auf reinigende, entgiftende und entwässernde Lebensmittel. Viel trinken ist angesagt!

Also zurück zum Thema: Jetzt läuft die Leber auch Hochtouren, inkl. Gereiztheit und Wutausbrüche, also unterstützen wir die Leber mit bitteren Speisen und allem was schön kräftig grün ist.

Und da bitter nicht gut schmeckt, verwendet man es üblicherweise als Kräutersaft oder als eine extra Zugabe, aber nicht als eine Hauptspeise.

Birkenblättertee hat sogar einen leicht süßlichen Geruch und schmeckt gar nicht so schlecht, wirkt entwässernd  und entgiftend. Löwenzahnblätter kann man als Salat verwenden, wenn sie noch klein sind, sind sie weniger bitter. Man kann aber auch mal für zwischendurch einen Löwenzahnstengel kauen (schmeckt schaurig grauslich-muss also sehr gesund sein). Alle bitteren Salate (Raddiccio, Rucola etc.). Wermuttee  ist extrem bitter und nur etwas für Hochmotivierte oder krasse Hardliner. Auch in der Apotheke finden wir spezielle Tees und Tinkturen für den "Frühjahrsputz".

 

An Grünem gibt es jetzt den Bärlauch welcher entgiftend und blutreinigend wirkt, also die Leber optimal unterstützt.

Und alle Gartenkräuter die jetzt beginnen auszutreiben, z.B. Liebstöckl (Maggiekraut) hat ebenfalls eine blutreinigende Wirkung. Kresse kann man übers ganze Jahr anbauen, hat viele Vitamine und ist wiederum blutreinigend.

Petersilie hat immens viel Vitamin C und ist harntreibend, entwässernd.

Außerdem ist es ratsam möglichst keinen "neuen Müll" anzuschleppen, sprich: bewusste, gesunde Ernährung, viel Gemüse, wenig Fleisch, keine Chemie im Essen (auch wenns praktisch ist).

Oft ist es auch sinnvoll eine Leberreinigung zu machen. Es gibt verschiedene Varianten, mit div. Tees und Kräuterextrakten oder Fastenkuren. Ich empfehle gerne die Leber-Gallenblasenreinigung nach Andreas Moritz. Die Anleitung dazu findet man im Internet, z.B. hier:     http://web.utanet.at/sanousus/die%20leberreinigung%20nach%20moritz.pdf

Auch Leberwickel wirken unterstützend, eine Anleitung gibts hier:    http://heilfastenkur.de/116-Leberwickel-der-kleine-Turbo-in-Sachen-Entgiftungsarbeit.htm

Was die Leber überhaupt nicht verträgt ist Stress - die Leber mag den gleichmäßigen Fluß, die gleichmäßige Bewegung. Wir leben aber in einer Zeit in der alles potenziell zu Stress gemacht werden kann, sogar die Freizeit wird streng geplant und kann sehr bald mal stressig werden. Daher ist die Leber nicht nur mit falschem, v.a. fettigem Essen und Gifstoffen (Medikamente, Pestizide, Farbstoffe, etc) beschäftigt, sondern bekommt als Draufgabe auch noch Druck von der psychischen Seite. Kein Wunder wenn sie dann mal auheult !

Man kann sich die Leber wie einen Vulkan vorstellen: das ganze Jahr über hat er geschlafen oder nur ab und zu etwas Dampf abgelassen, aber jetzt beginnt die Erde zu beben und alles beginnt zu brodeln. Das Aufgestaute muss jetzt raus, zum Beispiel in Form eines Frühjahrsputzes oder als gestaute Emotionen. Und bei einem Vulkan weiß man nie, wann und wie heftig er ausbricht. Es kann natürlich sein, das bei einem sehr heftigen Ausbruch kollaterale Schäden entstehen. Deswegen schauen dass man immer ein bisschen Dampf ablässt, damit es nicht zur Explosion kommt.

Von der emotionalen Seite her kann man die Leber gut entlasten, indem man seine Motivationsschübe nicht zu sehr unterstützt und hochpuscht (nach dem Arbeitstag mit Überstunden Fenster putzen, Vorhänge waschen, Kuchen backen, Laufen gehen, Dachboden aufräumen, ein 5 Gänge Menü kochen und zum drüberstreuen noch den Fußboden mit der Zahnbürste scheuern....) sondern alles in einem gleichmäßigem Fluss erledigt, auch wenn man momentan glaubt, man kann Bäume ausreißen.

Wer das tut, wird sich alsbald in einer (Frühjahrs-)Müdigkeit wiederfinden, weil er seine Leber überlastet hat und jetzt will sie ihre Ruhe haben und ist zu gar nichts mehr motiviert (man hat dann Muskelkater oder Rückenschmerzen, Kopfweh oder fühlt sich beschissen).

Also lieber jeden Tag ein Stückchen machen, als alles auf einmal.

Und aufpassen mit Wutausbrüchen in der Beziehung, sie werden jetzt weniger leicht verziehen als sonst.... man neigt zurzeit zur "beleidigten Leberwurscht" (sagt eh schon alles...).

Also dann wünsche ich euch in den nächsten Wochen viel Spaß mit eurer Leber!